Resümee zur Buchlesung mit Roman Israel von Claudia Kösters

13.05.2019 Aus Von Robby

Zugegeben, beim Wort „Buchlesung“ dachte ich stets an eine etwas antiquierte Veranstaltung, so wie es die Szene in Loriots „Pappa ante portas“ mit der Schriftstellerfigur eines  `Lothar Frohwein` beschreibt, der seinen Vortrag mit den berühmten Worten „Krawehl, Krawehl“ begann.

Was ich aber am 29.03.2019 in Beucha im Hotel Seerose von Roman Israel zu hören bekam, klang sehr herzerfrischend und so gar nicht angestaubt und wurde sehr lebendig vorgetragen.

Das verwundert nicht, wenn man weißt, dass der aus Löbau stammende Schriftsteller auf den Lesebühnen von Reformbühne Heim & Welt, Sax Royal und Book Brothers in Berlin, Dresden und Leipzig regelmäßig mitwirkt, wo er seine Kunst des Vorlesens oftmals zelebriert. Auf einem YouTube-Kanal, veröffentlicht er viele neue Texte. 

In seinem 2017 erschienenen Roman „Flugobst“ nimmt er seine Zuhörer mit in die Welt der 1990iger Jahre kurz nach der Wende, die Zeit des „Wilden Ostens“ in einen Ort in der Nähe der deutsch- tschechischen Grenze.

Ich erinnerte mich gut – ich war damals Anfang 20. Für die einen brach eine Welt zusammen, für die anderen erschien nun fast alles möglich. Viele suchten nach neuen Wegen.

Vergnüglich und unterhaltsam erzählt er die Geschichte von Wolf oder „Banana-Jones“, der sich selbständig gemacht hat. Man ist belustigt über die Szene der Marktschreier, die es so allerorten gegeben haben könnte und ebenso berührt von den ganz alltäglichen Geschichten der Menschen zwischen Konsum, Schwimmbad und „Multiversum“.

Roman Israel liest so, dass man es selbst miterlebt und sich hineinversetzt fühlt – in diese Zeit, an diesen Ort. 

Nach einer sehr unterhaltsamen Lesung nehme ich ein Stück „Flugobst“ mit nach Hause, mit einer Widmung für unsere Tochter, die erst Jahre nach dieser Zeit das Licht der Welt erblickt hat.