Nachbetrachtung Kulturradtour

14.06.2019 0 Von Robby

Erlebnisbericht von Gerald Biehl

Ein sonniger Sonntagmainachmittag. Geschätzt fünfzig kulturinfizierte Radfahrer und Radfahrerinnen folgten der Einladung des Kulturhaus Beucha e.V zu einer beschaulichen Ausfahrt über die Parthendörfer. Der Kulturhausverein lockte mit einer musikalischen Reise über verschiedene Zwischenstationen. Start war auf dem Bahnhofsvorplatz, gegenüber dem ehemaligen Kulturhaus Beucha, dessen kultureller Wiederbelebung sich der Verein verschrieben hat. Nach einem musikalischen Intro des „Zwischentöne“- Chors unter der Leitung von Cornelia Schneider schlängelte sich die Radfahrgruppe, begleitet von aufmerksamen Helfern der Freiwilligen Feuerwehr Beucha, in Richtung Albrechtshain. Dort an der Kirche St. Petri angekommen wartete die erste musikalische Überraschung – der Chor breitete einen Klangteppich aus und Erwin Stache an der Kirchenorgel bot ein wunderschönes akustisches Stück Sonntagskuchen. Nach meinem Geschmack war es Stachelbeer-Baiser-Torte.

Diana Möhrke an Basstrompete und Querflöte sowie ihr Partner Michael Horn am Althorn und Ukulele komplettierten das musikalische Intermezzo auf hörenswerteste Weise. Aus der Kühle des Kirchenraumes hinaus getreten, pedalierte das Peloton im warmen Maienwind hin zum Kloster Eicha – oder besser zu den in der Fläche noch wahrnehmbaren Raumstrukturen des Klosters. Auch an diesem, vom Tourenguide Sebastian Fried moderierten musikalischen Zwischenstopp, schmeichelte der Chor dem geschichtsträchtigen Ort und unterstrichen Möhrke und Horn am Blech die Einzigartigkeit des vergessenen Ortes. Für mich, der Eicha nur von hastiger Durchfahrt auf dem Rennrad kennt, eine Inspiration, sich doch öfter mal mit der Geschichte der kleinen Orte zu beschäftigen, die in der Trainingsauswertung nur als Streckenpunkte erscheinen.  Der nächste Ort der kleinen Ausfahrt dürfte demnach auch dem einigermaßen kulturell interessierten Radsportler bekannt sein: die Radfahrerkirche in Erdmannshain! Da kommt man vorbei, wenn man (der Genußradler zumindest) statt der Ortsdurchfahrt den lauschigen Partheradweg nimmt. An der Ortsdurchfahrt wurde ja leider vor Jahresfrist der legendäre Bierautomat „geschliffen“ (eben auch für Genuß- und  unterzuckerte Rennradler ein Ort des Innehaltens!) Zurück zum Innehalten: in der Radfahrerkirche machte der Pastor bemerkenswerte Ausführungen zur Restaurierungsgeschichte – die Kirche wurde 2006 im Rahmen des Partheradwegbaues als Radfahrerkirche geweiht-  und gab dann den Altarraum frei für weitere musikalische Kontrapunkte. Ich muss gestehen, dass ich von der musikalischen / stimmlichen  Improvisation meines verehrten Freundes und Radsportkollegen Sebastian Fried tief beeindruckt war. Im Trio mit Frau Möhrke und Herrn Horn an den Blasinstrumenten offenbarte sich ein, ja dadaistisches,  Hörvergnügen. Great! So inspiriert ging es die letzten Kilometer weiter in Richtung des unmittelbar benachbarten Naunhof. Dort, im Kranwerk fand die Ausfahrt ein entspanntes Ende bei Käffchen, Kuchen und Bier. Natürlich auch final  noch einmal von den wunderbaren musikalischen Begleitern untermalt. Den Klang- und Stimmkünstlern und dem Organisationskomitee des Kulturhausverein Beucha e.V. danke ich sehr für diesen inspirierenden Nachmittag.